Veröffentlicht am | 02.11.2026

# Hochschulgefühle: Wie Emotionen die Universität prägten

Tagung des Instituts für Hessische Landesgeschichte untersucht die Emotionsgeschichte der Philipps-Universität

![Archivaufnahme Studierendenproteste in Marburg 1967](https://cms.500jahre.uni-marburg.de/assets/669c5f25-2f49-487f-824b-2df8657a088e?key=webp-750)

**Stolz, Angst, Begeisterung, Frustration oder das Gefühl, dazuzugehören: Auch an einer Universität geht es um mehr als Wissen und Forschung. Eine öffentliche Tagung am 5. und 6. November 2026 zeigt, welche Gefühle die Menschen an der Philipps-Universität im 20. Jahrhundert bewegten und wie sich die Universität dadurch veränderte.**

Was fühlen Menschen, wenn sie an ihre Universität denken? Wann entsteht das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören? Was macht Angst, sorgt für Verunsicherung oder löst Begeisterung aus? Und wie verändern sich solche Gefühle in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Tagung **„Hochschulgefühle. Die Universität Marburg und ihre Emotionen im langen 20. Jahrhundert“** des Instituts für Hessische Landesgeschichte der Philipps-Universität Marburg. Die öffentlichen Vorträge am 5. und 6. November sind Teil des Jubiläumsprogramms zum 500-jährigen Bestehen der Universität. Alle Interessierten sind willkommen.

## Universität als Gefühlsraum

Universitäten werden häufig mit Wissen, Forschung und Rationalität verbunden. Gleichzeitig sind sie Orte, an denen Menschen miteinander leben und arbeiten, sich begeistern, streiten, ausgrenzen, solidarisieren oder Sorgen teilen.

„Wenn wir auf Universitäten schauen, denken wir häufig zuerst an Wissen, Forschung, Objektivität und Rationalität. Dabei sind Universitäten auch soziale Gefühlsräume, in denen Menschen miteinander leben, arbeiten, streiten, hoffen und sich verbunden fühlen“, sagt Prof. Dr. Sabine Mecking, die die Tagung gemeinsam mit Dr. Martin Göllnitz, Tobias Karl M.A. und Lea Lachnitt M.A. organisiert.

Die Vorträge nehmen unterschiedliche Momente der Marburger Universitätsgeschichte in den Blick. Sie erzählen etwa von Studentinnen, die zwischen Anerkennung und Ausgrenzung standen, von Gemeinschafts- und Naturerlebnissen beim Wandern in der Weimarer Republik und von Unsicherheit und Entfremdung während des Ersten Weltkriegs.

Auch die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegsjahrzehnte werden aus dieser Perspektive betrachtet. Wie prägten politische Umbrüche das Selbstbild der Universität? Welche Rolle spielten Angst und Verunsicherung in den 1950er Jahren? Und welche Gefühle begleiteten die Hochschulproteste der 1960er und 1970er Jahre?

Ein weiteres Thema führt direkt in die Geschichte Marburgs: die Ängste vor dem sogenannten „Marburg-Virus“ beziehungsweise der „Affenseuche“, die Universität und Stadt in den 1960er Jahren beschäftigten. Auch der Umgang mit Verdacht und Verunsicherung im Zusammenhang mit dem Radikalenerlass wird untersucht.

## Was erzählt ein Universitätsarchiv über Gefühle?

Die Tagung fragt dabei auch danach, wie sich Gefühle überhaupt historisch untersuchen lassen. Ein eigener Schwerpunkt widmet sich deshalb dem „emotionalen Archiv“: Was können Briefe, Reden, Akten und andere historische Dokumente darüber erzählen, was Menschen an der Universität empfanden?

Den Auftakt macht die Historikerin Silke Fehlemann mit einer Keynote zu den Möglichkeiten einer Emotionsgeschichte der Universität.

Im Rahmen der Tagung wird außerdem der Band **„Hochschulgefühle. Die Universität Marburg und ihre Emotionen im langen 20. Jahrhundert“** vorgestellt.

### Hochschulgefühle – Tagung und Buchvorstellung

**5\. und 6. November 2026**

**Donnerstag, 5. November, 14 bis 19 Uhr**  
**Freitag, 6. November, 9.30 bis 15 Uhr**

Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas  
Pilgrimstein 16, 35037 Marburg

**Die öffentlichen Vorträge sind offen für alle Interessierten.**  
Um Anmeldung wird gebeten: [landesgeschichte@uni-marburg.de](mailto:landesgeschichte@uni-marburg.de)